Montag, 22. Oktober 2012

Sightseeing und doch kein Sightseeing

Dafuer das Mumbai so gross gibt es gar nicht so viel zu sehen. Zum mindestens Montags, wo einige Sachen geschlossen sind.
Die Frage die man sich natuerlich stellen muss, ist: was ist eigentlich Sightseeing??
Heute war ich auf dem Crawford Basar. Einem bedachten alten Gebauede aus der vikotrianischen Zeit und randvoll mit Nuessen, Obst, Drogerieartikel und Gewuerzen. Eine Wonne dort hindurch zu laufen.

Draussen setzten sich das mit den Basaren fort. Ein Stoff und Kleiderbasar, ein Elektrobasar und endlich viel mehr. Zum Teil ueberdacht und unter freiem Himmel.
Einfach schoen.

Zum Mittag gab es an einem kleinen Strassenstand frittierte Zwiebelstreifen in Kichererbsenpanade und duenne Kartoffelscheiben mit einer suesslichen und einer scharfen Sauce. Himmlich lecker. Die ganze Strasse roch nach Kartoffeln und Zwiebeln. Und ein sensationeller Preis: 15 Rupees (23 Cent)

Dann binich noch etwas durch das Viertel gestreift und habe irgendwo ein suesses Lassi getrunken und Moehren Hawal gegessen. Suesse gekochte, geraspelte Moehren mit gemahlenen Mandeln und warm serviert. Einfach gigantisch.

Mit dem Taxi, Baujahr 1963, bin ich zurueck ins Hotel gefahren und habe etwas relaxed. Heute war es ziemlich schwuel und sogar die Hose war durchgeschwitzt.

Nach meinem Nickerchen bin ich hier in Colaba, dem Stadtteil in dem mein Hotel steht durch die unzaehligen kleinen Galerien gelaufen. Es gibt hier echt tolle Kunst zu kaufen.
Leider passt das meiste nicht in den Koffer.

Zu Abend war ich im Bademiya, ein Kebab Restaurant mit sehr leckerem Lamm Kebab, vielleicht etwas scharf.
Dabei habe ich Fabian kennengelernt, ein junger Deutscher, der am Samstag in Mumbai angekommen ist und seine 11 monatige Weltreise gerade begonnen hat.
Es ist sehr ungewohnt deutsch zu sprechen. Seit vor 14 Tagen in New Delhi habe ich kein einziges Wort Deutsch mehr gesprochen. Nur geschrieben.

Wir sind uns sehr sympathisch und essen gemeinsam und quatschen ueber eine Stunde. Sehr nett.

Man sieht hier in Mumbai sehr wenig europ. Touristen und wenn sind es Franzosen oder Spanier. Gestern hatte ich 2 Damen aus Marokko kennengelernt und eine Familie aus Australien, aber Deutsche sind nicht wirklich hier. Und dabei zaehlen wir doch zum reiselustigsten Voelkchen.

Wusstet ihr woher der Name "News" - also Nachrichten stammt??
Leitet sich von Information from North-East-West-South ab.
Hab ich heute gelernt.

So morgen geht es mit dem Boot nach Elephant Island..............

Sonntag, 21. Oktober 2012

Der letzte Stop

Tja,was soll ich da viel sagen. Bin heute morgen um 7.35 Uhr von Udaipur nach Mumbai geflogen und dort um 8.50 Uhr gelandet.
Mit einem Prepaid Taxi gings in die Stadt rein. Wobei der Flughafen eigentlich in  Mumbai-City liegt. Aber dadurch das Mumbai so lang gezogen ist, waren es dann doch noch 26 km bis an den suedlichsten Zipfel von Mumbai. Nach dem Stadtteil Colaba. Dem mit Abstand touristischsten. Habe mir ein kleines Boutique Hotel genehmigt. Was hier in Mumbai fast der doppelte kostet als im Rest von Indien.
Im Prinzip ist Mumbai auch Indiens heimliche Hauptstadt und hier ist auch das Geld ansaessig.
Was man auch spuert. Die Strassen sind deutlich sauberer, es laufen hochwertiger gekleidete Leute herum und es gibt vermehrt bessere Autos.

In meinem Hotel gibt es, ich kann es kaum glauben, dass es so etwas immer noch gibt, einen Liftboy!!!
Dem man sagt in welche Etage man will und er alles weitere macht, den Kopf drueckt, die Schiebetuer auf und zu macht und einem die Tuere aufhaelt. Es ist wirklich kaum zu glauben.

Mein Zimmer ist klein, aber sehr nett. Es gibt sogar weisse Handtuecher, ohne das uebliche grau, was sonst immer vorgefunden habe.

Zum Lunch gehe ich im Hotel etwas essen. Gebratenen Reis mit Gambas. Hier am arabischen Meer gibt es auch Fisch auf der Karte. Sehr lecker.

Anschliessend mache ich Mumbai unsicher.
The gateway of India ist nur einen Katzensprung entfernt. Der Torbogen wurde 1911 erbaut, zu Ehren des Koenigs Georgs des 5. der damals Bombay besuchte.

Vom Gateway hat man einen prima Blick auf das Taj Mahal Palace Hotel, das Hotel schlecht hin hier in Mumbai. Sprengt allerdings meinen persoenlichen Rahmen. Eine Nacht ist nicht unter 250 Euro zu haben.

Vom Taj kann man die Mahatma Ghandi Strasse hoch laufen und kommt an ziemlich vielen Gebaeuden vorbei die noch aus der Kolonialzeit stammen.

Unter anderem am Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museum. Keine Angst kann den Namen auch nicht auswendig. Habe ihn abgeschrieben. Wie kann man nur auf die Idee kommen ein Museum so zu nennen??? Was sagt man den da dem Taxifahrer?? Zum Glueck bin ich zu Fuss gegangen. Wahrscheinlich Indiens bestes Museum. Da es einen Blick auf alle Kulturen erlaubt und eine nette Galerie hat. Hier kann man sich echt aufhalten.
Museum

Vom Museum aus geht es weiter die MG Road rauf. Hier gibt es viel zu sehen.
Mache einen Erfrischungsstopp in einer ziemlich modernen Kaffeebar. Die erste dieser Art die ich bisher gesehen habe. Trinke einen Lounge Frappe. Espresso aufgeschaeumt mit Eiscreme und etwas Schokosauce. Mmmmh!!

Heute Abend war ich in einem angesagten Restaurant Mumbai's essen. War um 19.30 Uhr da und die erste Frage war: "Reservation???" "No, I didn't made any reservation."  "Oohh"
Ich durfte zum Glueck etwa 20 Minuten warten, dann hatten sie fuer mich auch einen Platz frei.
Alle die nach mir gekommen sind und nicht reserviert hatten, mussten wieder gehen.

Das Khyber, so heisst das Restaurant, ist wirklich toll. Auf zwei Tische kommt ein Kellern und zwischen drin wuseln ein paar Herren die das gebrauchte Geschirr wegtragen. Die Keller sind nur zum servieren da. Jedes Stueck Fleisch oder Gemuese bekommt man auf den Teller serviert.
Ich habe Aubergine aus dem Tandooriofen gegessen und wahrscheinlich das zarteste Huehnchen meines Lebens. Es wurde 24 Stunden lang in einer Joghurtmarinade eingelegt und dann ebenfalls im Tandoor (der indische Steinofen) gegart. Dazu gab es eine Minz-Joghurt-Sauce, eingelegte Zwiebeln und ein scharfes Chutney. Abgerundet wurde alles mit einem Knoblauch Naanbrot. Himmlisch. Leider passte nicht alles in mich hinein. Es war einfach zu viel.

Dazu gab es einen frischen Ananas-Kokosmilch-Shake und einen Liter Wasser.
Fuer indische Verhaeltnisse habe ich ein kleines Vermoegen ausgegeben. Insgesamt 21,50 Euro.
Das mit Abstand teuerste Essen bisher. Sonst zahlt man max. 3-10 Euro.

Aber sehr zu empfehlen.

So morgen geht es weiter. Wobei es leider nichts mit meiner Filmkarriere gibt. Hier in Mumbai ist irgendein Fest und in Bollywood wird zur Zeit nicht gedreht. Schade. Jetzt bleibe ich unentdeckt...... :-)))

Samstag, 20. Oktober 2012

Nur ganz kurz....

Heute war ich in Udaipur im City Palast und habe ihn mir angeguckt. 3 Stunden lang.
Danach bin ich abseits der Touristenstrassen durch Udaipur geschlendert und habe heute das erste Mal nach Herzenslust geshoppt.
Ob ihr es glaubt oder nicht ich habe bis auf den Tee noch nichts gekauft habt, weil mir die Anquatscherei so auf den Keks gegangen ist.
Heute war alles anders. Ich war nur in Geschaeften wo Inder einkaufen. Nur soviel, eine neue Tasche musste her und die Kreditkarte qualmt. :-))

Habe mir einen Seidensaree gekauft und sonst allerei Schoenes. Danach habe ich mir ein Hennatattoo machen lassen. Sieht toll aus. Mein Sareeverkauefer, der mich 1,5 Stunden lang bedient und beraten hat und mir alles gezeigt hat, lud mich noch auf einen Milchtee ein und hat mich an die einen kleinen Laden gebracht wo ich mein Hennatattoo bekommen habe, in der Wohnung ueberm Geschaeft.
Waehrend der Malerei, es dauert naemlich ein bisschen, wurde es auf einmal ziemlich laut, viel Musik. Unten auf der Strasse zog eine komplette indische Hochzeitsgesellschaft vorbei. Voll schoen, alle Damen in tollen Sarees (und ich weis jetzt was ein schoner Saree kostet :-)) und die Maenner in weissen halblangen Gewaendern. Mit Kutschen und dem Braeutigam auf einem Schimmel. Etwas kitschig, aber voll schoen.

Da ich noch packen muss, da mein Wecker morgen schon um 5 Uhr klingelt, mache ich jetzt Schluss.
Denn der Wagen holt mich bereits um kurz vor 6 Uhr und bringt mich zum Flughafen. Um 7.35 Uhr fliege ich nach Mumbai. Meine letzte Station der Reise.
Mehr davon morgen. 

Freitag, 19. Oktober 2012

Ankunft in Udaipur, Rajasthan

Puuh, endlich in Udaipur angekommen.
Das mit dem Zug fahren ist so eine Sache in Indien. Ich hatte mir 2 Optionen offen gelassen: 1. Option Nachtzug von Jaipur nach Udaipur.
2. Option von Jaipur nach Ajmer, einen Tagesabstecher nach Pushkar, einer kleinen Stadt im Auslaeufer der Wueste Thar und dann von Ajmer nach Udaipur.

Beides war nicht so optimal bei der 1. Option hatte ich nur ein Ticket auf der Warteliste, dass heisst gibt jemand sein Ticket zurueck, rutschen die auf der Warteliste eins vor und erhalten mit etwas Glueck ein Ticket. Ich hatte leider nicht das Glueck, somit habe ich dieses Zugticket gecancalled.
Die 2. Option war auch nicht mehr so optimal, weil es bedeutet haette ich waere am Samstagmorgen erst in Udaipur angekommen und haette am Sonntag morgen direkt weiter gemusst. (Mein Flug nach Mumbai startet am Sonntag um 7.35 Uhr)
Und dass ist mir im Nachhinein zu stressig.
Also Plan 3.
Habe mir ein Ticket von Ajmer nach Udaipur gebucht und zwar fuer den gestrigen Tag.

Bin in Jaipur gemuetlich um 10.45 Uhr in den Zug gestiegen und in der 1. Klasse AC nach Ajmer gefahren. Der Zug hatte erstaunlicherweise auch nur 10 Minuten Verspaetung. Was in Indien auf jedenfall noch als puenktlich gilt.
In Ajmer habe ich meinen Koffer in der Gepaeckaufbewahrung abgegeben, was einem kleinen Sicherheitsakt mit sich zog. So brauchte ich eine Kopie meines Reisepasses und habe ein Formular mit 3 facher Durchschrift ausgefuellt. Dann durfte ich meinen Koffer da lassen.
Anschliessend bin ich durch Ajmer's Basare geschlendert. Hier ist man deutlich weniger auf Touristen eingestellt und man wird auch nicht so oft angequatscht.

Das Bild war ich noch schuldig, eine der 200 Millionen heiligen Kuehe in Indien. Rätsel: Wer ist wohl die Kuh?? Unter allen richtigen Einsendungen verlose ich einen Preis. :-))

In Ajmer begegnen einem noch allerlei moegliche Fortbewegungsmittel. Pferdekutsche, Esel, Kamelkutschen (fuer Lasten), Rikschas und Tuk Tuks. Also alles was das Herz begehrt.
Man muss nur aufpassen das man nicht ausversehen in die Hinterlassenschaften tritt.

Nach meinem Bummel durch Ajmer bin ich wieder zurueck zum Bahnhof.

Und um 16.15 Uhr, ebenfalls fast puenktlich in den Zug nach Udaipur eingestiegen.
Dort hatte ich ein Zugticket First Class ohne AC. Ein 2er Abteil, mit Betten und offenen vergitterten Fenstern. Und fuer mich allein. Die Fahrt fuer die 300 km dauert etwa 5,5 Stunden und auf der Liege kann man prima lesen, schlafen und einfach aus dem Fenster gucken, waehrend einem der Wind um die Ohren wirbelt.
Sehr angenehm.

Ankunft in Udaipur um 21.45 Uhr. Auch fast puenktlich.
Fahre mit einem Tuk Tuk ins Hotel, einem alten historischen umgebauten Gebaeude mit Garten und Pool.
Werde schon erwartet, da ich mich telefonisch angekuendigt hatte.
Gehe noch etwas essen und dann ab ins Bett.
Die 8 Stunden Zugfahrt stecken einem doch ein bisschen in den Knochen.

Was auch gut ist, weil ich heute nochmal einen Relaxingday eingelegt habe. Lesen, ein bisschen Schwimmen sich vom Roomservice verwoehnen lassen und die Beine hoch legen.

Gegen 16 Uhr bin ich auf nach Udaipur und habe eine Bootsfahrt ueber den Pichola See gemacht. Im Pichola See gibt es eine Insel, die komplett mit einem Hotel belegt ist. Das Palace Hotel, die Nacht ab 400 Euro. Hier wurde damals der James Bond Film Octopussy gedreht.


Danach bin ich durch die Gaesschen von Udaipurs Altstadt gelaufen und war anschliessend noch ziemlich lecker essen.
Morgen wird eine grosse Sightseeingtour gemacht und kein faulenzer Tag.

Mal eine Uebersicht wo ich schon ueberall war:
A-Kolkata
B-New Jalpaiguri
C-E Kursesong, Darjeeling, Bagdogra
F-New Delhi
G-Varanasi
H-Agra
I-Jaipur
J-Ajmer
K-Udaipur

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Heute Sightseeing pur


So, nachdem ich gestern ja schwer faul war und eigentlich nicht wirklich etwas getan habe, wurde heute mein Sightseeing Programm fortgesetzt.
Mit einem Tuk Tuk gings in das 15 km enfernte Amber Fort, bzw. eigentich ist es mehr ein Palace als ein Fort.
Erbaut um 1590, von der hier ansessigen Maharadscha Familie Singh erbaut, die mehr als 800 Jahre hier herrschte. Damals war Amber noch Hauptstatt von Rajasthan. Heute ist es Jaipur.
Das Palace liegt auf einem felsigen Hang und ist sehr malerisch, so wie man sich Rajasthan halt vorstellt.
Im Place kann man durch unendliche Raueme und Gaenge laufen, treppauf und treppab.
Sehr sehenswert.

Vom Amber Palace fahre ich zurueck nach Jaipur, wo ich mich am New Gate, der Pink City absetzen lasse.
Die Altstadt von Jaipur wird von einer hohen Mauer umgeben und man gelangt durch grosse Tore hinein. Wie eben das New Gate.
In der Altstadt selber kann man wenn man Lust hat ueber unzaehlige Basare laufen. Falls man es aushaelt alle 2 Meter angesprochen zu werden. Sehr nervtoetend. Wie in Varanasi.
Nun gut indische Mentalitaet. Was will man da machen. Am einfachsten ignoieren.

In der Altstadt liegt das Hawa Mahal, der Palast der Winde. Ein Palast fuer die weiblichen Mitglieder der Maharadscha Familie, denen es nicht gestattet war so auf er Strasse rum zu laufen. Damit sie etwas mitbekamen, wurde 1799 der Hawal Mahal erbaut, mit unzaehligen  kleinen Fensterchen und kleinen Erkern, ueber fuenf Etagen. So konnten die Frauen unbemerkt das Treiben beobachten, ohne gesehen zu werden.
So zu sagen das Wahrzeichen von Jaipur.

Von dort ist es nur noch ein kleiner Weg zum City  Palace. Der beeindruckende Palast des Maharadschas. Wo heute noch Nachfahren der koenglichen Familie leben.

Dem City Palace ist auch ein Oberservatorium angeschlossen. Das Jantar Mantar.
Ein Zentrum alter Astrologie und Zeitberechnung. Die Sonnenuhr geht bis auf die Minute genau. Bis heute.
Erbaut um 1730.

Danach spaziere ich durch die Altstadt bis zum Ajmer Gate. Dort kann man die Altstadt verlassen und sich auf der neuen Shoppingmeile vergnuegen, sofern man denn etwas kaufen moechte, natuerlich. Nur zum Bummeln sind Indienes Strassen nicht gemacht.

Relaxe bei einem kalten Glas Lassi. Frisch zubereitet, einfach nur lecker.

Da es bereits dunkel ist suche ich mir etwas zu Essen. Mein Mittagessen bestand aus zwei kleinen Kartoffeltalern mit Gemuese gefuellt.
Heute gibt es nochmal Fleisch. Gehe in Tandoori Restaurant. Bestelle eine gemische Tandoori Platte, mit allem wa der Tandoori so her gibt. Kebab aus Bueffel, kleine Frikadellen aus Ziege, Chicken und gebratenes Kebab aus Ziege. Dazu ein Butter Naanbrot und Zwiebeln mit Minzraita (Joghurt). Sehr lecker. Mein teuerstes Essen bisher. 560 Rupees, also etwa 8,90 Euro. Mit einem Virgin Mojito.
 Mit dem Tuk Tuk gings zurueck. Wo gleich ein wunderbares Bett auf mich wartet.

Morgen gehts nach Ajmer und dann weiter nach Pushkar.

Uebrigens gibt es hier jedemenge Cheapmunks. Heute morgen beim Fruehstueck bin vom Garten aus kurz zu meinem Zimmer und als ich wieder im Garten war, hatte mir so ein kleiner Cheapmunk doch tatsaechlich mein Toast geklaut.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Bin in Jaipur und habe nichts gemacht

Ja, das Zugfahren in Indien ist ein Abenteuer.
Bin gestern rechtzeitig zum Bahnhof aufegbrochen, mit einem Tuk Tuk.
Auf der Anzeigentafel stand auch schon mein Zug angeschlagen. Prima denke ich.
Es gab sogar eine Wartehalle fuer 2. Class, AC. Bekomme sogar einen Sitzplatz, welch ein Wunder.
Normalerweise sieht es in Indien am/im Bahnhof eher so aus, als wuerden alle ein Picknick machen. es werden Decken, Tuecher oder Matten ausgebreitet, dann wird das Essen ausgepackt und alle essen gemeinsam. Schlafen oder quatschen einfach nur.
Der Zug 12307 (man sollte immer seine Zugnummer wissen sonst ist man aufgeschmissen) sollte um 19.50 Uhr einlaufen und um 20.15 Uhr weiterfahren. Die Zuege halten in der Regel immer 5-25 Minuten in jedem Bahnhof. Die 1. Durchsage: 1 Stunde Verspaetung, ok packe mein Buch aus und lese, nicht so schlimm, dann die 2. Durchsage 2 Stunden zu spaet. Ok, hole mir was zu knabbern und noch ein Wasser.
Die 3. Durchsage. erraten?? noch eine Stunde spaeter. Schlussendlich laeuft der Zug um 23.20 Uhr ein.

Etwas entkraeftet, vom vielen warten klettere ich in mein Abteil und bin froh, dass hier alles geklappt hat. Tausche nur mit einer indischen Oma meine Liege, sie unten und ich klettere nach oben.
Gute 4 Stunden Fahrt stehen auf dem Programm, fuer etwa 280 Kilometer. Mit dem Auto haette es laenger gedauert.
Mache es mir gemuetlich und schlafe ein bisschen.
Bis mich zum Glueck jemand weckt. Ankunft in Jaipur. Es ist kurz nach 4 Uhr. Bin etwas ko und muede.

Am Bahnhof ist schnell ein Tuk Tuk gefunden. Indien schlaeft irgendwie nie. Hatte schon Angst am Bahnhof keine Fahrmoeglichkeit zu bekommen, aber es mehr Trubel als morgens um 7 Uhr in Hennef.

Der junge Fahrer Raja, faehrt mich zum Hotel.
Dort klingle ich den Portier aus dem Schlaf und entschuldige mich fuer mein spaetes erscheinen. No problem. Das Anmeldeformular ist schnell ausgefuellt und ab ins Zimmer. Werde sogar aufs Zimmer gebracht und bekomme noch alles erklaert.
Das Madhuban Hotel ist wirklich ein Geheimtipp.
Ein altes Maharadscha Herrenhaus. Mit viel indischem Altadelcharme.
Was mich um diese Uhrzeit zwar faszieniert aber morgen ist auch noch ein Tag, oder besser nachher.

Ab Schlafen.

Um 8.30 Uhr bin frisch geduscht im Garten des Anwesens. Das Fruehstueck wird dort unter einem Baldachin serviert. Sehr nett.
Fruehstuecke ausgiebig und lege mich anschliessend nochmal hin. Heute ist mein Relaxingday.
Lese, lese und doese ein bisschen. Den Lunch nehme ich im Garten ein. Auf Silber serviert und auf Porzellan mit dem Maharadscha Wappen.
Danach werde ich abgeholt. Ayurveda.
Habe den Nachmittag in einem Ayurveda Zentrum gebucht. Fuer die strapazierten Knochen.

Als erstes bekomme ich eine 60 min. Ganzkoerper Oel-Massage. Eine recht kraeftige Massage von zwei Damen synchron ausgefuehrt.
Danach werde ich 60 min. lang mit 5 Litern heissem ayurvedischen Oel uebergossen und von den beiden Damen sanft massiert.
Danach gehts fuer 30 min. unter eine Art Dampfbad. Zum Schwitzen.
Alles fuehlt sich etwas flutschig an, weil es keinen Ort gibt an mir, wo kein Oel ist.

Nach dem Dampfbad werde ich von den beiden Damen gewaschen, wie ein grosses Baby. Bis das ganze Oel ab ist. Anschliessend werde ich auch noch abgetrocknet. Anziehen darf ich mich selber.

Danach fuehlt man sich wie neu geboren. Es gibt noch einen leckeren ayurvedischen Tee, ehe man mich wieder ins Hotel bringt. Wo gerade im Garten der fuenf Uhr Tee serviert wird. So kann man auch einen Tag rum bekommen.
Hier am Haus gibt es auch einen kleinen Marmorpool wo ich mich noch etwas reste. Nichts tun ist anstrengend.
Das Dinner wird im Restaurant serviert. Esse ein vegetarisches Thali. Sehr geschmackvoll. Wie fast alles hier in Indien. Hatte gestern Heisshunger auf Pommes, aber selbst die werden frisch gemacht und schmecken, da anders gewuerzt, gar nicht wirklich nach Pommes. Dennoch sensationell lecker.

So bin hundemuede.
Morgen gehts auf nach Jaipur - Pink City.
Habe meinen Aufenthalt hier einen Tag verlaengert und werde erst am Donnerstag weiter reisen. 

Montag, 15. Oktober 2012

Agra und der Rest drumrum.

Ja Agra tut einem in der Seele gut. Gestern die Besichtigung des Taj Mahals war schon etwas besonders, wenn man ueberlegt wie verrueckt man ist, in Anbetracht der Strapazen die man dafuer auf sich nimmt.
Aber es ist eine Reise wert.

Nachdem ich heute morgen schon um 6 Uhr den Sonnenaufgang beobachtet habe und die Sonnen nicht ueber dem Taj Mahal auf geht, was nach kurzer Ueberlegung auch logisch ist, da das Taj Mahal in Nord - Sued Achse aufgebaut wurde.
Egal. Dafuer war ich dementsprechend frueh schon auf und habe anschliessend mich fuer den Tag fertig gemacht und schon wieder gepackt.
Habe bisher 8 verschiedene Schlafmoeglichkeiten ausprobiert und eben so oft meinen Koffer gepackt.

Nach einem indischen Fruehstueck bestehend aus Roti und Gemuese mit Kartoffel, bin ich ganz dekandent im eigenen Auto mit Fahrer in das knapp 50 Kilometer entfernte Fathepur Sikri gefahren.
Eine praechtige alte Stadt erbaut zwischen 1571-1585.
Die kurze Zeit Hauptstadt des Mogulreiches war.
Dort gut angekommen leiste ich mir einen persoenlichen Guide, der mich 2,5 Stunden durch fuehrt und mir allerhand erklaert und erzaehlt, die Namen die er mir alle um den Kopf geworfen hat konnte ich mir beim besten Willen nicht alle merken.
Der Mogul hatte damals drei Frauen und 246 Geliebte. Ganz schoen fleissig.
Haupttor von Fathepur. Das hoechste seiner Art in ganz Asien.

Von dort gings es zu einem kurzen Mittagsstop.

Anschliessend bin ich Agra noch ins Agra Fort gefahren worden.
Eine wunderschoene Mogul Festung von 1565.
Sehr schoen und recht gut erhalten.



Auch hier kann man viel Zeit verbringen.
Die Zeit mit meinem Guide war recht angenehm, weil man nicht so oft angesprochen wurde wie sonst.
Und Inder koennen sehr hartnaeckig sein.
Ein einfaches Nein, ich will nichts kaufen, akzeptieren sie nur ungern. Daher wird mindestens moch 2-3 Mal nachgefragt, ob man auch wirklich nichts will. Als ob man innerhalb von 1 Minute seine Meinung aendert.

Vom Agra Fort aus geht es wieder zurueck ins Hotel, wo mein Koffer steht und auf mich wartet.
Relaxe etwas auf dem Dachrestaurant und geniesse die Aussicht auf Taj.
Klaere noch meine Unterbringung in Jaipur.

Fahre um 20 Uhr, so Shiva will, mit dem Zug nach Jaipur, wo ich laut Paln um 0.30 ankommen. Und ich moechte nicht erst dann nach einem Zimmer suchen.
Gleich geht es also los.......................

  

Sonntag, 14. Oktober 2012

Das Taj Mahal

Ja, das Taj Mahal, Indiens bedeutestene Gebäude.
Aber immer schoen der Reihe nach.

Nachdem ich gestern noch die Wirren von Varanasi gelaufen bin und eine Bootstour ueber den Ganges gemacht habe, habe ich eigentlich nur darauf gewartet das mein Karma besser wird.
Angeblich wird durch die hohe spirituelle Energie die man dort empfangen kann, das eigene Karma besser. Ich habe nichts gespuert. Aber vielleicht liegt es daran, dass ich mich geweigert habe in irgendeiner Weise mit dem Gangeswasser in Kontakt zu kommen. Diese Drecksbruehe wuerde ich noch nicht mal zum Klo putzen nehmen, geschweige denn darin baden.
Den Indern scheint es nichts auszumachen. Sie baden, sogar mit Seife (vielleicht wird dann der Ganges sauberer :-) ), schwimmen und waschen ihre Waesche im Ganges. Alles was weiss war hat danach einen leichten Braunstich. Wie mit meiner Waesche in Delhi. Die Unterwaesche hatte ich im Hotel zum Waschen abgegeben und wieder bekam ich leicht verfaerbte beige Waesche. MIt dem Erfolg das ich doch nochmal von Hand gewaschen habe.

Nach meiner Flussfahrt, in einem Holzboot und Rudern, bin ich in einem vegetarischen Restaurant essen gegangen. Sehr lecker. In Varanasi muss man Fleisch schon extrem stark suchen. Die meissten essen hier rein vegetarisch. Dafuer sind die Inder aber auch sehr kerativ was die vegetarische Kueche anbelangt.
Es schmeckte bisher immer sehr gut. Und die paarmal wo ich Fleisch gegessen habe, kann ich an einer Hand abzaehlen.

Bin mit einem Tuk Tuk zurueck zum Hotel gefahren, wo ich mein Gepaeck gelagert hatte.
Dann ging es zum Bahnhof.

Muss auf Gleis vier. Dort faehrt laut Plan um 16.40 Uhr mein Zug Richtung Agra ab.
Der Bahnhof hat 9 Gleise und alle sind mit steilen Ueberfuehrungen verbunden und nur mit Treppen. Keine Rolltreppe oder gar ein Aufzug nichts. Mist. Also das ganze Gepaeck erst hochschleppen un dann wieder runter. Gaebe es da nicht indische Gepaecktraeger. Welch ein Glueck. Er laedt mit einem Schwung meinen schweren Koffer auf seinen Kopf und traegt in mir bis zum Gleis vier, an die ungefaire Stelle wo mein Abteil auch halten wird, so meint er. Zahle 50 Rp. Also etwa 75 Cent. Die prima angelegt sind.

Kaufe noch etwas Proviant und warte auf den Zug. Es wird 17 Uhr, es wird 17.30 Uhr, es wird 18 Uhr. Dann steht auf einmal mein Gepaecktraeger von eben vor mir und versucht mir im gebrochenen Englisch zu erklaeren, dass der Zug jetzt auf Gleis 9 steht. Er schnappt sich meinen Koffer und saust mit dem Koffer auf dem Kopf los. Bis zum Gleis 9 ist ein Stueck und ich habe Muehe im zu folgen.
Am richtigen Gleis angekommen, traegt er meinen Koffer bis ins Abteil und verstaut ihn fuer mich unterm Sitz. Und vergewissert sich das ich auch ja im richtigen Zug und richtigem Abteil angekommen bin. Und er will noch nicht mal was dafuer haben. Stecke ihm trotzdem etwas zu. Wer weis ob ich das mit dem Gleiswechsel mitbekommen haette.
Mit 2,5 Stunden Verspaetung verlassen wir Varanasi, ohne das mein Karma besser geworden waere.
Mache es mir auf der oberen Liege gemuetlich und lese etwas.
Die Fahrt dauert offiziell 13 Stunden. Schlussendlich sind 16,5 Stunden daraus geworden und meine Ankunft in Agra verzoegerte sich dem entsprechend.
Hatte im Zug ein Paar aus Brasilien kennengelernt und wir wollen in das gleiche kleine Hotel. Wir teilen uns ein Taxi.

Das Hotel ist das Saniya Palace in der Altstadt mit Blick aufs Taj Mahal.

Blick von dem Dachrestaurant aufs Taj Mahal mit Suedtor
 Wir fruehstuecken gemeinsam und sehr ausgiebig. Und geniessen die grandiose Aussicht.
Man kann dort oben auf der Dachterrasse prima relaxen, was ich auch bei eine Tasse Tee und mit einem Buch tue. Frisch geduscht natuerlich. Falls jemand mal auf die Idee kommen sollte WC's in deutschen Zuegen waeren schrecklich, der war noch nicht bei der indischen Railway aauf dem Hockklo.

Nach einer ausgiebigen Ruhephase gehts ab zum Taj Mahal.
Erbaut im Jahre 1632-1640 von Mogul Shah Jahan, dessen 3. liebste Ehefrau bei der Geburt des 14. Kindes gestorben ist und die dort beigesetzt wurde. Er selbst ist nach seinem Tod auch dort beigesetzt worden.

Es ist schon recht imposant.
Allerdings werden wir Touristen ordentlich zur Kasse gebeten.
Der indische Tourist zahlt 20 Rupees, Auslaender 750 Rupees. Also etwa 11,50 Euro.
Nun gut deshalb ist man ja in Agra.

Mein Abendessen habe ich wieder bei mir im Hotel eingenommen, bei dem schoenen Ausblick.
Es gab nochmal Fleisch. Huhn in scharfer Joguhrtsosse, dazu Gemuese und Chapatis. Und ein Mangolassi.
Sehr lecker.

Mal gucken wie der Sonnenaufgang morgen aussieht. Das heisst frueh raus aus den Federn..............

Freitag, 12. Oktober 2012

Varanasi nur fuer Fortgeschrittene

Was soll ich euch sagen, aber Varanasi schafft einen wirklich.
In der Altstadt ist es ziemlich eng und der Verkher bringt einen um. Mein kleines Hotel Ganges View hat mir gut gefallen, auch wenn es etwas abseits. Allerdings lag ein Missverstaendnis vor und so habe ich nur fuer eine Nacht ein Dach ueber dem Kopf gehabt.
Von Freitag auf Samstag ist es ausgebucht. Ich muss mir also eine neue Bleibe suchen. Hier in der Naeheren Umgebung ist leider alles schon voll. Wochenende halt.
Der Manager des Ganges View ist auch sehr bemueht und wir finden schliesslich ein Bett fuer mich. Im Norden von Varanasi und etwa 10 km entfernt. Ich packe als schon wieder meine Koffer und nachdem ich noch einen kleinen Bummel durch Assi Ghat, eine der bedeutesten Ghats in Varanasi (Ghat, sind die Treppen die zum Ganges fuehren und somit das Baden im Ganges ermoeglichen, allerdings nur wenn man lebensmuede ist. Der Ganges hier ist mehr als nur dreckig und mich wuerden keine 10 Pferde da hinein bekommen, da kann es so heilig sein wie es will.).
Assi Ghat

Im schoenen Ganges View, die Gemeinschaftshalle

Nachdem ich also alles gepackt habe, fahre ich mit einem Tuk Tuk und nach langem verhandeln ueber den angemessenen Preis zum Hotel Pradeep.
Dort werde ich schon erwartet.
Es hat den Charme eines etwas in die Jahre gekommenen Hotels und wuerde dringend mal eine Generalreinigung vertragen. Besonders das Bad.
Das man in Indien nicht pingelich sein darf ist klar. Ich habe noch kein Bad gehabt wo nicht irgendso ein Hoteltester inDeutschland die Haende ueber dem Kopf zusammen schlagen wuerde, auuser in New Delhi. Aber auch dort gab es Abstriche. Wenn es auch mit Abstand das beste Bad bisher war.

Laufe in Richtung Ganges und gucke mir die Altstadt und ihr treiben an. Ganz schoen eng.
Von dort laufe ich zum Vishkarnath Tempel, der heiligste Hindutempel hier und werde leider nicht hinein gelassen. Bin halt kein Hindu.

Von dort geht es zum groessten und wichtigsten Ghat dem Dasaswamedh Ghat. Von dort laufe ich in den Ganges entlang, sofern es denn geht. Im September gab es wohl so ein hohe Hochwasser, dass ueberall noch meterdick der mittlerweile feste Gangesschlamm rum liegt und das Fortkommen etwas erschwert.

Dasaswamedh Ghat
Nach ein paar kleinern Ghats stehe ich auf einmal vor dem Manikarnika Ghat. Jeder der etwas auf sich haelt und im spaeteren Leben in einer hoehren Kaste wiedergeboren werden will, der laesst sich in Varanasi einaeschern. Und der heiligste Platz dafuer ist der Manikarnika Ghat.
Es gibt Touristenfuehrer die einen herum fuehren und einem alles erklaeren und anschliessend eine Spende fuer das Sterbehospitz erwarten. Lasse wir alles erklaeren. Auch wenn es fuer unsere Augen ungewohnt ist, Menschen brennen zu sehen. Da dies ein heiliger Ort ist, ist fotografieren strengstens VERBOTEN, wo ich mich natuerlich auch dran halte. Wir faenden es ja auch komisch wenn auf einer Beerdigung auf einmal ein indischer Tourist kaem und Fotos machen wuerde.

Nach meiner Fuehrung die fast eine Stunde gedauert hat und einem auf etwas auf dem Magen schlaegen ist,  trinke ich erstmal ein kuehles frisches Wasser.

Da es bereits daemmert, laufe ich zurueck zum Dasaswamedh Ghat und gucke mir dort die allabendlich stattfindene Zeremonie an.
Zeremonie

 Dann laufe ich Richtung Hotel in der Hoffnung irgendwo ein nettes Restaurant zu finden, habe aber kein Glueck.
Es etwas im Hotel ehe ich schlafen gehen.
Bin voll fertig. Hier in Varanasi wird man staendig angesprochen, Tuk Tuk?? Boat???, Where do you go?? You want buy anything?? Where do come from?? USW.
Echt nervig. Staendig. Der beste Weg ist nicht beachten, aber irgendwann platzt einem der Geduldsfaden.
Nur was fuer Nervenstarke. Allerdings steht in jedem Reisefuehrer das sie hier in Varanasi am hartnaeckigsten sind.

Es geht heute mit dem Zug weiter Richtung Agra, Taj Mahal. Prima.


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ankunft in Varanasi und Sightseeing Marathon in Delhi

Nachdem ich heute auf dem Flughafen von New Delhi fuer 500 Rupees eine Reisetastatur erstanden habe, kann ich auch endlich wieder relaxmaessig  schreiben. Auch wenn ich die kommenden Tage auf die bekannten Umlaute verzichten muss. Egal.
Alles besser als die Bildschirmtastatur.

Es ist soviel geschehen in den letzten Tagen, dass ich gar nicht weis wo ich anfangen soll. Am Besten Vorne.
Am Montag bin ich von Darjeeling aus nach Bagdogra mit dem Jeep und habe mich dort in den Flieger nach New Delhi gesetzt. Wie ich ja schon berichtet habe.
Am Montag habe ich weiter auch nicht mehr viel gemacht ausser ueber die Maerkte in Old Delhi zu schlendern und durch die kleinen Gassen zu laufen. Dies ist in Old Delhi kein wirklich schoenes Unterfangen, weil es Knueppel voll ueberall ist und man aufpassen muss nicht von irgendeiner Rikscha oder von einem Tuk Tuk ueber Haufen gefahren zu werden.
Zumal die Altstadt ziemlich eng ist. Trotzdem sollte man das mal erlebt haben. Schon spannend.
Nach einem Spaziergang von etwa 5 Stunden ist man einfach nur platt und sehnt sich nach der Geborgenheit des ruhigen Hotels. Welches auch in Old Delhi liegt und nicht in New Delhi.
Den Abend habe ich relaxend auf dem Bett verbracht und den Zimmerservice bemueht. Das kann man sich hier echt leisten. Ein komplettes Menu mit Suppe, Reis, Gemuese, Naanbrot mit Ghee und etwas Gurke und Tomate kostet etwa 8,- Euro. Draussen waere es wahrscheinlich etwas billiger aber nicht so komfortabel.
Mein Riesenberg Waesche war auch innerhalb von 8 Stunden, gewaschen und trocken wieder auf meinem Zimmer.
Mein 3. Tag in Delhi artete in einen Sightseeingmarathon aus.
Ich habe beim Fruehstueck Hakan kennengelernt. Ein Tuerke der seit ueber 20 Jahren in der Naehe von Duesseldorf lebt und mit seiner Freundin Petra unterwegs ist. Wir sind uns direkt sympathisch.
Ich hatte mir fuer diesen Tag einen privaten Fahrer und ein Auto geliehen, damit man komfortabel zu den weit auseinander liegenden Sehenswuerdigkeiten kommt.
Hakan und Petra kommen auch mit uns so verbringen wir den Tag zu dritt und teilen uns auch die Kosten fuer das Auto.

Um 9.30 Uhr geht es los.
Erster Halt eine Moschee. Jama Masjid, Indiens groesste Moschee, mit Paltz fuer 25.000 Glaeubige.
Danach geht es zum Red Fort, einer Art Festung aus der Mogulzeit.
Im Red Fort kann man prima den kleinen Streifenhoernchen zu gucken die hier ueberall rumsausen.
Hakan hat gluecklicherweise Nuesse dabei und wir fuettern die kleinen Nager.

Vom Red Fort aus gehen Petra und ich in den Digmabara-Jain-Tempel, ein Tempel der Sikhs. wo wir irgendeiner Zeremonie beiwohnen aus der wir beide nicht wirklich schlau werden.
Dort hinein zukommen war schon nicht so einfach, Schuhe ausziehen und auch abgeben, man darf sie auf keinen Fall mit hinein nehmen. Dann Haende waschen und dann die Fuesse.
Vor dem Tempel bekommt man noch ein Tuch ins Haar und kauft einen suessen Mandelbrei, den man als Spende im Tempel wieder abgibt und einen Teil anschliessend behalten darf. Schmeckt wie warmes Marzipan.

Danach gehen wir schnell etwas essen. Es gibt scharfe Samosas mit Kichererbesen und frische Chapatis.


Gut gestaerkt gehts es weiter zum Humayun's Tomb, ein Grabmal aus dem 16. Jahrhundert und der Vorlaeufer vom Taj Mahal.


Die Tour wird ordnungsgemaess fortgesetzt und unser Fahrer bringt uns zum Lotus Tempel, eine Gebetsstaette fuer alle Religionen dieser Welt. Ist noch nicht wirklich alt und recht modern.


Nachdem uns der Verkehr in Delhi fast umbringt und wir froh sind, dass wir in einem Auto sitzen geht es weiter zum Qutb Minar, ein islamischer Komplex aus dem 11. Jahrhundert.
Trotz seines Alters noch recht gut in Schuss und herrlich an zu sehen.


Der letzte Stop des Tages ist am India Gate.

Ein Denkmal zu Ehren der 90.000 gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg.

Danach gehts es ab zum Hotel, genung gesehen fuer heute.
Wir drei machen uns schnell frisch und fahren anschliessend mit einem Tuk Tuk in die Altstadt. Irgendwo dort soll man Delhis bestes Bueffel-Kebab bekommen.
Wir fragen im Hotel und erhalten eine ungefaire Wegbeschreibung. In der Altstadt fragen wir uns druch bis uns jemand dort hin fuehrt. Hakan ist Vegetarier und Petra traut sich nicht. Ich kaufe eine Portion fuer etwa 20 Cent und bin total begeistert. Zwar hoellisch scharf, aber super zart und saftig.
Danach gehen Petra und ich Chicken Butter Tikka essen. Scharf mariniertes Gefluegel, frisch gegrillt und anschliessend in einer Art Butter Sosse serviert. Mmmmh!!.
Dazu gibt es ganz duennes Fladenbrot, frische Zwiebeln und Joghurtsosse. Ein Gedicht. Wir verdruecken 3 Portionen.
Anschliessend geht es zurueck. Ab in Betten.

Heute haben wir noch gemeinsam gefruehstueckt, ehe ich zum Flughafen gefahren bin.
Nach einem reibungslosen Flug bin ich um 12 Uhr in Varanasi angekommen und dann mit einem Privattaxi weiter, bis an den Ganges. Und hier sitze ich nun in einem alten Herrenhaus, welches total verwinkelt ist und ueberall fuehren Treppen und kleine Gaenge ab. Das Ganges View ist voller Antiquitaeten und sehr schoen. Mit grosser Dachterrasse auf der ich heute das Treiben beobachtet habe und relaxed habe.
Morgen ist auch noch ein Tag.......

Dienstag, 9. Oktober 2012

Neu Dehli

Heute nur ein kurzer Blog.
Meine Tastatur vom Laptop funktioniert nicht richtig und ich schreibe mit der Bildschirmtastatur, was sehr nervt 
Hier ein paar Bilder von heute:

Hotelzimmer in Old Delhi

Strasse in Old Delhi

volle Gasse

auf dem Gewürzmarkt

hoffentlich geht meine Tastatur morgen wieder.

Ansonsten habe ich etwas relaxed heute und morgen geht es zur großen Besichtigungstour nach Delhi,
habe aufgrund von den relativ großen Entfernungen ein Taxi für 8 Stunden gechartert.
mehr davon morgen.

Sonntag, 7. Oktober 2012

So, wieder mit Bildern

Hier in Darjeeling habe ich endlich wieder ein einigermaßen schnelles Internet.
Gestern bin ich mit der Schmalspurbahn hier in Darjeeling Stadt angekommen und habe mir schnurstracks ein Hotel mit warmer Dusche gesucht. Das war nötig.

Hier ein paar Bilder die ich noch schuldig bin.

in der Teefabrik, nach dem Sortieren

mein Zimmer bei der Familie Lama

meine Gastfamilie

ich beim Teepflücken

der Kanchenjunga, 3. höchster Berg der Welt
gestern bei meiner Ankunft in Darjeeling war es schon dunkel, es geht hier ziemlich fix und dafür das die Inder nur eine Zeit für komplett Indien hat geht es hier Osten natürlich immer als erstes dunkel und zwar so gegen 17.30 Uhr. Um 5.00 Uhr geht dafür die Sonne wieder auf.
Hatte im Zug ein Paar aus Kanada kennengelernt und wir sind im gleichen Hotel untergekommen und gestern Abend auch gemeinsam Essen gegangen. 

Der Toytrain wie er hier liebevoll genannt wird ist wirklich ein Erlebnis. Es waren etwa 32 km und wir haben 31/2 Stunden gebraucht eher wir die 700 Höhenmeter überwunden hatten. 

Heute ging der Wecker bereits um 3.30 Uhr und um vier Uhr zum Tiger Hill, eine der höchsten Erhebungen hier, etwa 2580 m. Von dort kann man den Sonnenaufgang sehen und den Kanchenjunga. Allerdings wollten dies heute morgen etwa 300 Inder und es war dementsprechend chaotisch. 
Nicht wirklich romantisch. 

Danach war ich noch in einem Gelbmützen Kloster (Dalai Lama) und gegen 8 Uhr wieder im Hotel. Habe noch etwas Schlaf nachgeholt und anschließend Darjeeling unsicher gemacht. Recht touristisch hier. 

Morgen fliege ich nach New Dehli. Dafür muß ich erstmal wieder raus aus dem Himalaya und runter nach Siliguri. Etwa 80 Kilometer. 4 Stunden Fahrt. Mal gucken was mich in Dehli erwartet........      

Freitag, 5. Oktober 2012

Endlich wieder Internet

Makaibari Tea estate,
mein zu hause seid den letzten drei Tagen.
Nachdem ich am Dienstagabend um 22 Uhr mit Zug "Darjeeling Mail" Kolkata verlassen habe bin ichetwas durchgeruettelt um 9 Uhr am naechsten Morgen in Nw Jalpaiguri (NJP) angekommen.
Die Zugfahrt, erste Klasse war voll in Ordnung. Ich hatte meine eigene ziemlich breite Liege, frisches Bettzeug, eine Decke und ein Kissen. Mit mir waren noch 3 weitere Inder mit im Abteil.

Ein Ehepaar aus Gangtok, die gut Englisch sprachen und mit denen ich noch eine Stunde gequatcht habe, ehe wir es uns fuer die Nacht bequem gemacht haben.
Mit einer Stunde Verspaetung ist der Zug in NJP angekommen.

MIt dem Jeep ging es ziemlich holprig weiter. Wir haben zu zehnt im Jeep gesessen und das Gepaeck kam aufs Dach.
Nach etwa 2 Stunden Fahrt und 1500 Hoehenmeter bin ich in den kleinen Dorf Mahaibari angekommen. Hier arbeiten fast alle fuer die Teeplantage.
Werde direkt freundlich empfangen und zu meiner Gastfamilie geleitet.
Eine sehr, sehr nette Familie, alle wohnen sozusagen unter einen Dach. Oma, Vater, Mutter, der Sohn, eine Tochter und neben an die Schwester mit Familie. Mache dirket mit allen Bekanntschaft und werde erstmal mit Tee begruesst.

Habe mein eigenes kleines Zimmer. Und das Bad mit leider nur kalten Wasser ist quasi um die Ecke.
Relaxe ein bisschen und werde dann zum Lunch geholt.
Es gibt jedemenge zu Essen fuer mich. Reis, Spinat, gebratene Kartoffelstreifen, Dahl (Dahl ist so zusagen das Nationalgericht, eine Art duenne Linsensuppe, indisch gewuerzt) ein extrem scharfes frisches saures Chatney und zum Nachtisch eine Banane.
Da ich ein guter Gast bin esse ich alles auf.
Am Nachmittag geht es zum arbeiten in die Teefabrik. Sortiere mit den anderen Damen zusammen Teeblaetter, auf ziemlich niedrigen Holzhoeckerchen, nicht hoeher als ein Schuhkarton. Danach tun einem saemtliche Knochen weh, zumal ich locker einen Kopf groesser bin als die Bevoelkerung hier. Mein Guide Nayan erloest mich nach den beiden Stunden und es gibt erstmal einen frischen Tee.
Die Damen in er Teefabrik verdienen 92 Rupees am Tag, das sind etwa 1,50 Euro. Fuer 8 Stunden Knochenarbeit. Puuh nicht viel, aber alle ausgesprochen nett. Fotos reiche ich nach, das Internet hier ist zu lahm.

Darf meiner Ersatzmama beim kochen nicht helfen. Nur zu gucken. Zum Abendessen gibts es selbstgemachte Chapatis, kleine duenne Fladenbrote und Burtis, das gleiche nur kleiner und fritiert. Dazu ein Spiegelei und fuer mich Bratkartoffeln auf indisch und Gemuese. Der Rest der Familie ist eine extrem scharfe Suppe die ich mit bestem Willen nich hinuter bekomme.

Danach quatschen wir noch ein bisschen ehe ich todmuede in mein Bett falle. Da die Menschen wie gesagt nicht so gross sind, ist auch das Bett dementsprechend. Nur 1,80m lang. Passe leicht angebeugt hinein. Fuer drei Naechte wird es schon gehen.

Am nachsten Morgen werde ich mit heissem Tee am Bett geweckt.
Mache nur eine Katzenwaesche, weil es mir zu kalt ist, bin halt ein Warmduscher.
Zum Fruehstueck gibt es frische Burtis und ein Kichererbsengemuese mit Kartoffeln und  ein hartes Ei.
Um 9 gehts auf die Teeplantage zum Teepfluecken. Scheissarbeit sage ich euch. Der Korb wird mit dem Kopf getragen und nach 30 Minuten habe ich bereits Kopfschmerzen. Und auch her wieder das Problem, ich bin zu gross!!
Da mein Guide und noch einer junger Kerl aus London mitgekommen sind und wir etwa 300 Hoehenmeter hinabgestiegen sind bin ich zu muede fuer den Heimweg.
Wir fahren mit dem Traktor wieder nach oben, der der eigentlich den Tee nach oben transportiert. Die Teepfueckerinnen verdienen 2 Rupees weniger also 90 Rupees am Tag. Eine Schande. Dabei hat der Tee hier als einziger das deutsche DEMETER Siegel.
Wurde zuhause wieder schwer bekocht und umsorgt.
Heute hat mich Montesumas Rache dahin gerafft. Durchfall der besten Sorte. War wahrscheinlich abzusehen. Sie kochen zwar das Trinkwasser ab, aber das ist nichts fuer deutsche Maegen. Daher habe ich heute einen Relaxingtag eingelegt und versucht  mich aus zu kurieren.
Satra meine Zurzeitmama, umsorgt mich schwer. Sie arbeitet hier im Makaibari Helathcenter und kennt sich aus. Habe Elektrolyte bekommen, Tee, Reissuppe und alles was ich wollte.
Heute Abed gibt es leichte indische Kost fuer mich.

Morgen habe ich meine Teeverkostung und um 15 Uhr geht es nach Darjeeling mit dem Toytrain. Indiens aelteste Schmalspurbahn, mit Dampf betrieben.
Wir lassen uns ueberraschen.......

Dienstag, 2. Oktober 2012

Mein letzter Tag in Kolkata

Heute war bzw. ist mein letzter Tag in Kolkata. Schade, gewöhne mich so langsam an diese Stadt.
Wobei ich nicht hier leben wollte. Die Stadt ist verhältnismäßig stark verschmutzt und viel zu laut vom vielen Straßenlärm. Ich glaube es ist einfacher in Kolkata auf der Straße angefahren zu werden, als sich Magen-Darm-technisch etwas ein zu fangen. Und das geht schon einfach, glaube ich.
Mir ist bisher noch nichts passiert. Heute war ich etwas mutiger und habe frische Ananas vom einem Straßenhändler gegessen und frisch gepressten Granatapfelsaft getrunken. Wobei es schon schwierig war einen zu finden, der seinen Saft nicht über Eis laufen läßt während er ihn frisch presst.
Bisher habe ich alles drin behalten.

Der Tag ging viel zu schnell vorbei. Zum Frühstück gabs heute morgen kleine Fladenbrote die in Fett frittiert werden, dazu ein scharfes Kartoffelgemüse und ein Spiegelei mit 2 Scheiben Toast, welches hier richtig lecker ist. Und noch eine Banane mit Schokosoße. Was will man mehr?? Ah und einen Darjeeling und ein Glas Saft. Etwas ungewöhnlich, aber wer sagt schon das wir Deutschen das richtige ultimative Frühstück vorzuweisen haben?

Heute bin nur in der Stadt umhergestreift. Mal gucken wieviele Kilometer mein GPS nachher ausspuckt. Habe mir Chinatown angeguckt, bzw. das was noch davon übrig ist und ich war bei der Park Street- Hohe Straße auf indisch, nur deutlich voller. Wie etwa Samstagsabends um 8 auf Pützchens Markt.

In der Nähe von Chinatown war durch Zufall in der Straße der Optiker. Mein Opa hätte Spaß gehabt.
Nur Silikatgläser, kein Kunststoff und alle Gläser wurden erst von Hand markiert, dann gebröckelt und anschließend von Hand auf einem Handschleifstein geschliffen.

In der Sudderstreet war ich ein spätes Mittagessen oder frühes Abendessen zu mir nehmen. Tandoori Chicken Marsala. Mit einem Butter Naan Brot, Naan Brote werden in einem Tandooriofen gebacken und sind noch warm himmlisch lecker. In Kombination mit der scharfen Marsala Soße ein Gedicht.

So gleich geht es mit dem Taxi zum Bahnhof und um 22 Uhr mit dem Darjeeling Mail Zug weiter nach New Jalpaiguri wo ich morgen gegen 8 Uhr ankommen. Von dort gehts es dann mit dem Jeep weiter in die Berge. Nach Kursesong. Auf die Makaibari Tea Estate.
Bin schon sehr gespannt.

Hier in meinem kleinen Gästehaus durfte ich heute mein Gepäck lassen und eben noch schnell eine Dusche nehmen und mich umziehen. Damit ich nicht verschwitzt im Zug sein muß. Sehr nett,

Montag, 1. Oktober 2012

Die Suche nach dem goldenen Kalb

Hallo zusammen,

da leben etwa 17 Millionen Menschen bzw. 8,5 Millionen Frauen in Kolkata und dann so was!!!
Heute überfiel mich das was alle Frauen einmal im Monat heimsucht, sofern sie zwischen 13 und 50 Jahre alt sind. Kein Problem denke ich, kennst du schon. Mit sicherem Griff in den Kulturbeutel mußte ich feststellen, dass ich so kleine gepresste Wattedinger mit einem Faden daran zu hause vergessen habe. Mist. 2 fanden sich noch in meiner Fototasche, mehr aber nicht. Mist denke ich. Muß ich mir halt welche kaufen.

Nach dieser Kaufentscheidung ging die Suche nach dem goldenen Kalb sprichwörtlich los.
In der Nähe meines kleinen Gästehauses ist eine Art Drogerie-Tante-Emma-Laden. Dort frage ich danach. Ich werde angeguckt ob ich einen Flug zum Mond hätte buchen wollen. Denke mir vielleicht hat er mich nicht verstanden, soll ja vorkommen. Hole meinen Zweitgefundenen hervor und zeige es ihm. Er schuttelt nur den Kopf. Bei allen weiteren Drogerie-Tante-Emma-Läden an denen ich heute vorbei gekommen bin das gleiche, ein müdes Kopfschütteln.
Anscheinend benutzen Inderinnen so etwas nicht. Warum auch immer.
Frage sogar in Apotheken da nach, aber keinen Erfolg.

Diese Suche nach dem goldenen Kalb heute führte mich zum Glück auch an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbei. Bin mit der Metro etwa 10 Stationen in den Norden gefahren und von dort weiter zur Howard Bridge, eine komplette Eisenbrücke die über den breiten Ganges führt und Indiens meist benutzte Brücke ist. Im Schnitt laufen 50.000 Personen zu Fuß über die Brücke, am Tag. Also einmal mehr als Hennef.
Auf der anderen Seite des Ganges ist einer der Bahnhöfe von Kolkata. Den ich mir zum Glück im passenden Moment angucke, da es leicht anfängt zu regnen.
Ich fahre morgen vom Bahnhof im Osten ab und muß zum Glück nicht mehr hier hin. Denn vom Hotel bis hierher hat fast 2 Stunden gedauert mit öffentlichen Verkehrsmitteln und per Pedes.
Unterwegs habe ich mich in den Straßen von Kolkata ein bisschen treiben lassen. Finde so bekommt man immer am besten ein Gespür für eine Stadt.

Im Bahnhof selber finde ich das erste Restaurant!! Habe bisher auf den Streifzügen noch keins entdeckt. Außer diverse Strassenstände.
Entschließe mich dort etwas essen zu gehen und den Schauer so zu überbrücken.
Bestelle mir ein vegetarisches Thali. Eine gemischte Platte mit Reis, Chapati (dünnes Fladenbrot und extrem lecker) mit Linsen, Okragemüse und irgendetwas Scharfes, dazu frischen Joghurt der prima die Schärfe mildert und einen erfrischt. Sehr, sehr lecker. Esse zusammen mit zwei jungen Studentinnen und habe daher eine prima Unterhaltung.

Von dort setze ich mit der Fähre über.............

Auf dem Weg rüber kommt so langsam wieder die Sonne hervor.

Laufe noch etwas durch die Straßen von Kolkata und akklimatisiere mich so langsam. Auch wenn man keinen trockenen Fetzen Stoff mehr am Leib hat. Da muß man halt durch.

Und dann kommt unverhofft ein goldenes Kalb auf mich zu. In einem kleinen Drogerie-Tante-Emma-Laden sehe ich ein kleine Packung OB´s stehen. Welch ein Glück. Der Besitzer ist ganz verdutzt das ich mich so freue. Die Packung wird aus der Vitrine geholt und wird entstaubt. Der Preis über 3 Euro für 20 Stück. Egal.
Trage meinen Einkauf stolz zurück.

Mit der Metro gehts zurück und ab unter die Dusche.

Zum Abendessen gibt es auch ein leckeres vegetarisches Thali. Hier in dem kleinen Gästehaus, bestehend aus 5 Zimmern muß man morgens das Abendessen vorbestellen und das hatte ich heute morgen gemacht. Obwohl es sich gleich anhört, war es Grundverschieden, wenn man mal vom Reis und den Chapatis absieht.

So morgen gehts nochmal in die Stadt..........

P.S Ihr werdet denken, warum ist sie nicht in einen großen Supermarkt gegangen und hat da geguckt?? Ich habe noch keinen entdeckt, alle Läden sind fast gleich, Vorne eine Theke und man wird bedient, Ladengrößen zwischen 1,5 qm und 15 qm, Was größeres habe ich noch nicht gesehen. Geschweige denn einen Lebensmittelladen.