Montag, 22. Oktober 2012

Sightseeing und doch kein Sightseeing

Dafuer das Mumbai so gross gibt es gar nicht so viel zu sehen. Zum mindestens Montags, wo einige Sachen geschlossen sind.
Die Frage die man sich natuerlich stellen muss, ist: was ist eigentlich Sightseeing??
Heute war ich auf dem Crawford Basar. Einem bedachten alten Gebauede aus der vikotrianischen Zeit und randvoll mit Nuessen, Obst, Drogerieartikel und Gewuerzen. Eine Wonne dort hindurch zu laufen.

Draussen setzten sich das mit den Basaren fort. Ein Stoff und Kleiderbasar, ein Elektrobasar und endlich viel mehr. Zum Teil ueberdacht und unter freiem Himmel.
Einfach schoen.

Zum Mittag gab es an einem kleinen Strassenstand frittierte Zwiebelstreifen in Kichererbsenpanade und duenne Kartoffelscheiben mit einer suesslichen und einer scharfen Sauce. Himmlich lecker. Die ganze Strasse roch nach Kartoffeln und Zwiebeln. Und ein sensationeller Preis: 15 Rupees (23 Cent)

Dann binich noch etwas durch das Viertel gestreift und habe irgendwo ein suesses Lassi getrunken und Moehren Hawal gegessen. Suesse gekochte, geraspelte Moehren mit gemahlenen Mandeln und warm serviert. Einfach gigantisch.

Mit dem Taxi, Baujahr 1963, bin ich zurueck ins Hotel gefahren und habe etwas relaxed. Heute war es ziemlich schwuel und sogar die Hose war durchgeschwitzt.

Nach meinem Nickerchen bin ich hier in Colaba, dem Stadtteil in dem mein Hotel steht durch die unzaehligen kleinen Galerien gelaufen. Es gibt hier echt tolle Kunst zu kaufen.
Leider passt das meiste nicht in den Koffer.

Zu Abend war ich im Bademiya, ein Kebab Restaurant mit sehr leckerem Lamm Kebab, vielleicht etwas scharf.
Dabei habe ich Fabian kennengelernt, ein junger Deutscher, der am Samstag in Mumbai angekommen ist und seine 11 monatige Weltreise gerade begonnen hat.
Es ist sehr ungewohnt deutsch zu sprechen. Seit vor 14 Tagen in New Delhi habe ich kein einziges Wort Deutsch mehr gesprochen. Nur geschrieben.

Wir sind uns sehr sympathisch und essen gemeinsam und quatschen ueber eine Stunde. Sehr nett.

Man sieht hier in Mumbai sehr wenig europ. Touristen und wenn sind es Franzosen oder Spanier. Gestern hatte ich 2 Damen aus Marokko kennengelernt und eine Familie aus Australien, aber Deutsche sind nicht wirklich hier. Und dabei zaehlen wir doch zum reiselustigsten Voelkchen.

Wusstet ihr woher der Name "News" - also Nachrichten stammt??
Leitet sich von Information from North-East-West-South ab.
Hab ich heute gelernt.

So morgen geht es mit dem Boot nach Elephant Island..............

Sonntag, 21. Oktober 2012

Der letzte Stop

Tja,was soll ich da viel sagen. Bin heute morgen um 7.35 Uhr von Udaipur nach Mumbai geflogen und dort um 8.50 Uhr gelandet.
Mit einem Prepaid Taxi gings in die Stadt rein. Wobei der Flughafen eigentlich in  Mumbai-City liegt. Aber dadurch das Mumbai so lang gezogen ist, waren es dann doch noch 26 km bis an den suedlichsten Zipfel von Mumbai. Nach dem Stadtteil Colaba. Dem mit Abstand touristischsten. Habe mir ein kleines Boutique Hotel genehmigt. Was hier in Mumbai fast der doppelte kostet als im Rest von Indien.
Im Prinzip ist Mumbai auch Indiens heimliche Hauptstadt und hier ist auch das Geld ansaessig.
Was man auch spuert. Die Strassen sind deutlich sauberer, es laufen hochwertiger gekleidete Leute herum und es gibt vermehrt bessere Autos.

In meinem Hotel gibt es, ich kann es kaum glauben, dass es so etwas immer noch gibt, einen Liftboy!!!
Dem man sagt in welche Etage man will und er alles weitere macht, den Kopf drueckt, die Schiebetuer auf und zu macht und einem die Tuere aufhaelt. Es ist wirklich kaum zu glauben.

Mein Zimmer ist klein, aber sehr nett. Es gibt sogar weisse Handtuecher, ohne das uebliche grau, was sonst immer vorgefunden habe.

Zum Lunch gehe ich im Hotel etwas essen. Gebratenen Reis mit Gambas. Hier am arabischen Meer gibt es auch Fisch auf der Karte. Sehr lecker.

Anschliessend mache ich Mumbai unsicher.
The gateway of India ist nur einen Katzensprung entfernt. Der Torbogen wurde 1911 erbaut, zu Ehren des Koenigs Georgs des 5. der damals Bombay besuchte.

Vom Gateway hat man einen prima Blick auf das Taj Mahal Palace Hotel, das Hotel schlecht hin hier in Mumbai. Sprengt allerdings meinen persoenlichen Rahmen. Eine Nacht ist nicht unter 250 Euro zu haben.

Vom Taj kann man die Mahatma Ghandi Strasse hoch laufen und kommt an ziemlich vielen Gebaeuden vorbei die noch aus der Kolonialzeit stammen.

Unter anderem am Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya Museum. Keine Angst kann den Namen auch nicht auswendig. Habe ihn abgeschrieben. Wie kann man nur auf die Idee kommen ein Museum so zu nennen??? Was sagt man den da dem Taxifahrer?? Zum Glueck bin ich zu Fuss gegangen. Wahrscheinlich Indiens bestes Museum. Da es einen Blick auf alle Kulturen erlaubt und eine nette Galerie hat. Hier kann man sich echt aufhalten.
Museum

Vom Museum aus geht es weiter die MG Road rauf. Hier gibt es viel zu sehen.
Mache einen Erfrischungsstopp in einer ziemlich modernen Kaffeebar. Die erste dieser Art die ich bisher gesehen habe. Trinke einen Lounge Frappe. Espresso aufgeschaeumt mit Eiscreme und etwas Schokosauce. Mmmmh!!

Heute Abend war ich in einem angesagten Restaurant Mumbai's essen. War um 19.30 Uhr da und die erste Frage war: "Reservation???" "No, I didn't made any reservation."  "Oohh"
Ich durfte zum Glueck etwa 20 Minuten warten, dann hatten sie fuer mich auch einen Platz frei.
Alle die nach mir gekommen sind und nicht reserviert hatten, mussten wieder gehen.

Das Khyber, so heisst das Restaurant, ist wirklich toll. Auf zwei Tische kommt ein Kellern und zwischen drin wuseln ein paar Herren die das gebrauchte Geschirr wegtragen. Die Keller sind nur zum servieren da. Jedes Stueck Fleisch oder Gemuese bekommt man auf den Teller serviert.
Ich habe Aubergine aus dem Tandooriofen gegessen und wahrscheinlich das zarteste Huehnchen meines Lebens. Es wurde 24 Stunden lang in einer Joghurtmarinade eingelegt und dann ebenfalls im Tandoor (der indische Steinofen) gegart. Dazu gab es eine Minz-Joghurt-Sauce, eingelegte Zwiebeln und ein scharfes Chutney. Abgerundet wurde alles mit einem Knoblauch Naanbrot. Himmlisch. Leider passte nicht alles in mich hinein. Es war einfach zu viel.

Dazu gab es einen frischen Ananas-Kokosmilch-Shake und einen Liter Wasser.
Fuer indische Verhaeltnisse habe ich ein kleines Vermoegen ausgegeben. Insgesamt 21,50 Euro.
Das mit Abstand teuerste Essen bisher. Sonst zahlt man max. 3-10 Euro.

Aber sehr zu empfehlen.

So morgen geht es weiter. Wobei es leider nichts mit meiner Filmkarriere gibt. Hier in Mumbai ist irgendein Fest und in Bollywood wird zur Zeit nicht gedreht. Schade. Jetzt bleibe ich unentdeckt...... :-)))

Samstag, 20. Oktober 2012

Nur ganz kurz....

Heute war ich in Udaipur im City Palast und habe ihn mir angeguckt. 3 Stunden lang.
Danach bin ich abseits der Touristenstrassen durch Udaipur geschlendert und habe heute das erste Mal nach Herzenslust geshoppt.
Ob ihr es glaubt oder nicht ich habe bis auf den Tee noch nichts gekauft habt, weil mir die Anquatscherei so auf den Keks gegangen ist.
Heute war alles anders. Ich war nur in Geschaeften wo Inder einkaufen. Nur soviel, eine neue Tasche musste her und die Kreditkarte qualmt. :-))

Habe mir einen Seidensaree gekauft und sonst allerei Schoenes. Danach habe ich mir ein Hennatattoo machen lassen. Sieht toll aus. Mein Sareeverkauefer, der mich 1,5 Stunden lang bedient und beraten hat und mir alles gezeigt hat, lud mich noch auf einen Milchtee ein und hat mich an die einen kleinen Laden gebracht wo ich mein Hennatattoo bekommen habe, in der Wohnung ueberm Geschaeft.
Waehrend der Malerei, es dauert naemlich ein bisschen, wurde es auf einmal ziemlich laut, viel Musik. Unten auf der Strasse zog eine komplette indische Hochzeitsgesellschaft vorbei. Voll schoen, alle Damen in tollen Sarees (und ich weis jetzt was ein schoner Saree kostet :-)) und die Maenner in weissen halblangen Gewaendern. Mit Kutschen und dem Braeutigam auf einem Schimmel. Etwas kitschig, aber voll schoen.

Da ich noch packen muss, da mein Wecker morgen schon um 5 Uhr klingelt, mache ich jetzt Schluss.
Denn der Wagen holt mich bereits um kurz vor 6 Uhr und bringt mich zum Flughafen. Um 7.35 Uhr fliege ich nach Mumbai. Meine letzte Station der Reise.
Mehr davon morgen. 

Freitag, 19. Oktober 2012

Ankunft in Udaipur, Rajasthan

Puuh, endlich in Udaipur angekommen.
Das mit dem Zug fahren ist so eine Sache in Indien. Ich hatte mir 2 Optionen offen gelassen: 1. Option Nachtzug von Jaipur nach Udaipur.
2. Option von Jaipur nach Ajmer, einen Tagesabstecher nach Pushkar, einer kleinen Stadt im Auslaeufer der Wueste Thar und dann von Ajmer nach Udaipur.

Beides war nicht so optimal bei der 1. Option hatte ich nur ein Ticket auf der Warteliste, dass heisst gibt jemand sein Ticket zurueck, rutschen die auf der Warteliste eins vor und erhalten mit etwas Glueck ein Ticket. Ich hatte leider nicht das Glueck, somit habe ich dieses Zugticket gecancalled.
Die 2. Option war auch nicht mehr so optimal, weil es bedeutet haette ich waere am Samstagmorgen erst in Udaipur angekommen und haette am Sonntag morgen direkt weiter gemusst. (Mein Flug nach Mumbai startet am Sonntag um 7.35 Uhr)
Und dass ist mir im Nachhinein zu stressig.
Also Plan 3.
Habe mir ein Ticket von Ajmer nach Udaipur gebucht und zwar fuer den gestrigen Tag.

Bin in Jaipur gemuetlich um 10.45 Uhr in den Zug gestiegen und in der 1. Klasse AC nach Ajmer gefahren. Der Zug hatte erstaunlicherweise auch nur 10 Minuten Verspaetung. Was in Indien auf jedenfall noch als puenktlich gilt.
In Ajmer habe ich meinen Koffer in der Gepaeckaufbewahrung abgegeben, was einem kleinen Sicherheitsakt mit sich zog. So brauchte ich eine Kopie meines Reisepasses und habe ein Formular mit 3 facher Durchschrift ausgefuellt. Dann durfte ich meinen Koffer da lassen.
Anschliessend bin ich durch Ajmer's Basare geschlendert. Hier ist man deutlich weniger auf Touristen eingestellt und man wird auch nicht so oft angequatscht.

Das Bild war ich noch schuldig, eine der 200 Millionen heiligen Kuehe in Indien. Rätsel: Wer ist wohl die Kuh?? Unter allen richtigen Einsendungen verlose ich einen Preis. :-))

In Ajmer begegnen einem noch allerlei moegliche Fortbewegungsmittel. Pferdekutsche, Esel, Kamelkutschen (fuer Lasten), Rikschas und Tuk Tuks. Also alles was das Herz begehrt.
Man muss nur aufpassen das man nicht ausversehen in die Hinterlassenschaften tritt.

Nach meinem Bummel durch Ajmer bin ich wieder zurueck zum Bahnhof.

Und um 16.15 Uhr, ebenfalls fast puenktlich in den Zug nach Udaipur eingestiegen.
Dort hatte ich ein Zugticket First Class ohne AC. Ein 2er Abteil, mit Betten und offenen vergitterten Fenstern. Und fuer mich allein. Die Fahrt fuer die 300 km dauert etwa 5,5 Stunden und auf der Liege kann man prima lesen, schlafen und einfach aus dem Fenster gucken, waehrend einem der Wind um die Ohren wirbelt.
Sehr angenehm.

Ankunft in Udaipur um 21.45 Uhr. Auch fast puenktlich.
Fahre mit einem Tuk Tuk ins Hotel, einem alten historischen umgebauten Gebaeude mit Garten und Pool.
Werde schon erwartet, da ich mich telefonisch angekuendigt hatte.
Gehe noch etwas essen und dann ab ins Bett.
Die 8 Stunden Zugfahrt stecken einem doch ein bisschen in den Knochen.

Was auch gut ist, weil ich heute nochmal einen Relaxingday eingelegt habe. Lesen, ein bisschen Schwimmen sich vom Roomservice verwoehnen lassen und die Beine hoch legen.

Gegen 16 Uhr bin ich auf nach Udaipur und habe eine Bootsfahrt ueber den Pichola See gemacht. Im Pichola See gibt es eine Insel, die komplett mit einem Hotel belegt ist. Das Palace Hotel, die Nacht ab 400 Euro. Hier wurde damals der James Bond Film Octopussy gedreht.


Danach bin ich durch die Gaesschen von Udaipurs Altstadt gelaufen und war anschliessend noch ziemlich lecker essen.
Morgen wird eine grosse Sightseeingtour gemacht und kein faulenzer Tag.

Mal eine Uebersicht wo ich schon ueberall war:
A-Kolkata
B-New Jalpaiguri
C-E Kursesong, Darjeeling, Bagdogra
F-New Delhi
G-Varanasi
H-Agra
I-Jaipur
J-Ajmer
K-Udaipur

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Heute Sightseeing pur


So, nachdem ich gestern ja schwer faul war und eigentlich nicht wirklich etwas getan habe, wurde heute mein Sightseeing Programm fortgesetzt.
Mit einem Tuk Tuk gings in das 15 km enfernte Amber Fort, bzw. eigentich ist es mehr ein Palace als ein Fort.
Erbaut um 1590, von der hier ansessigen Maharadscha Familie Singh erbaut, die mehr als 800 Jahre hier herrschte. Damals war Amber noch Hauptstatt von Rajasthan. Heute ist es Jaipur.
Das Palace liegt auf einem felsigen Hang und ist sehr malerisch, so wie man sich Rajasthan halt vorstellt.
Im Place kann man durch unendliche Raueme und Gaenge laufen, treppauf und treppab.
Sehr sehenswert.

Vom Amber Palace fahre ich zurueck nach Jaipur, wo ich mich am New Gate, der Pink City absetzen lasse.
Die Altstadt von Jaipur wird von einer hohen Mauer umgeben und man gelangt durch grosse Tore hinein. Wie eben das New Gate.
In der Altstadt selber kann man wenn man Lust hat ueber unzaehlige Basare laufen. Falls man es aushaelt alle 2 Meter angesprochen zu werden. Sehr nervtoetend. Wie in Varanasi.
Nun gut indische Mentalitaet. Was will man da machen. Am einfachsten ignoieren.

In der Altstadt liegt das Hawa Mahal, der Palast der Winde. Ein Palast fuer die weiblichen Mitglieder der Maharadscha Familie, denen es nicht gestattet war so auf er Strasse rum zu laufen. Damit sie etwas mitbekamen, wurde 1799 der Hawal Mahal erbaut, mit unzaehligen  kleinen Fensterchen und kleinen Erkern, ueber fuenf Etagen. So konnten die Frauen unbemerkt das Treiben beobachten, ohne gesehen zu werden.
So zu sagen das Wahrzeichen von Jaipur.

Von dort ist es nur noch ein kleiner Weg zum City  Palace. Der beeindruckende Palast des Maharadschas. Wo heute noch Nachfahren der koenglichen Familie leben.

Dem City Palace ist auch ein Oberservatorium angeschlossen. Das Jantar Mantar.
Ein Zentrum alter Astrologie und Zeitberechnung. Die Sonnenuhr geht bis auf die Minute genau. Bis heute.
Erbaut um 1730.

Danach spaziere ich durch die Altstadt bis zum Ajmer Gate. Dort kann man die Altstadt verlassen und sich auf der neuen Shoppingmeile vergnuegen, sofern man denn etwas kaufen moechte, natuerlich. Nur zum Bummeln sind Indienes Strassen nicht gemacht.

Relaxe bei einem kalten Glas Lassi. Frisch zubereitet, einfach nur lecker.

Da es bereits dunkel ist suche ich mir etwas zu Essen. Mein Mittagessen bestand aus zwei kleinen Kartoffeltalern mit Gemuese gefuellt.
Heute gibt es nochmal Fleisch. Gehe in Tandoori Restaurant. Bestelle eine gemische Tandoori Platte, mit allem wa der Tandoori so her gibt. Kebab aus Bueffel, kleine Frikadellen aus Ziege, Chicken und gebratenes Kebab aus Ziege. Dazu ein Butter Naanbrot und Zwiebeln mit Minzraita (Joghurt). Sehr lecker. Mein teuerstes Essen bisher. 560 Rupees, also etwa 8,90 Euro. Mit einem Virgin Mojito.
 Mit dem Tuk Tuk gings zurueck. Wo gleich ein wunderbares Bett auf mich wartet.

Morgen gehts nach Ajmer und dann weiter nach Pushkar.

Uebrigens gibt es hier jedemenge Cheapmunks. Heute morgen beim Fruehstueck bin vom Garten aus kurz zu meinem Zimmer und als ich wieder im Garten war, hatte mir so ein kleiner Cheapmunk doch tatsaechlich mein Toast geklaut.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Bin in Jaipur und habe nichts gemacht

Ja, das Zugfahren in Indien ist ein Abenteuer.
Bin gestern rechtzeitig zum Bahnhof aufegbrochen, mit einem Tuk Tuk.
Auf der Anzeigentafel stand auch schon mein Zug angeschlagen. Prima denke ich.
Es gab sogar eine Wartehalle fuer 2. Class, AC. Bekomme sogar einen Sitzplatz, welch ein Wunder.
Normalerweise sieht es in Indien am/im Bahnhof eher so aus, als wuerden alle ein Picknick machen. es werden Decken, Tuecher oder Matten ausgebreitet, dann wird das Essen ausgepackt und alle essen gemeinsam. Schlafen oder quatschen einfach nur.
Der Zug 12307 (man sollte immer seine Zugnummer wissen sonst ist man aufgeschmissen) sollte um 19.50 Uhr einlaufen und um 20.15 Uhr weiterfahren. Die Zuege halten in der Regel immer 5-25 Minuten in jedem Bahnhof. Die 1. Durchsage: 1 Stunde Verspaetung, ok packe mein Buch aus und lese, nicht so schlimm, dann die 2. Durchsage 2 Stunden zu spaet. Ok, hole mir was zu knabbern und noch ein Wasser.
Die 3. Durchsage. erraten?? noch eine Stunde spaeter. Schlussendlich laeuft der Zug um 23.20 Uhr ein.

Etwas entkraeftet, vom vielen warten klettere ich in mein Abteil und bin froh, dass hier alles geklappt hat. Tausche nur mit einer indischen Oma meine Liege, sie unten und ich klettere nach oben.
Gute 4 Stunden Fahrt stehen auf dem Programm, fuer etwa 280 Kilometer. Mit dem Auto haette es laenger gedauert.
Mache es mir gemuetlich und schlafe ein bisschen.
Bis mich zum Glueck jemand weckt. Ankunft in Jaipur. Es ist kurz nach 4 Uhr. Bin etwas ko und muede.

Am Bahnhof ist schnell ein Tuk Tuk gefunden. Indien schlaeft irgendwie nie. Hatte schon Angst am Bahnhof keine Fahrmoeglichkeit zu bekommen, aber es mehr Trubel als morgens um 7 Uhr in Hennef.

Der junge Fahrer Raja, faehrt mich zum Hotel.
Dort klingle ich den Portier aus dem Schlaf und entschuldige mich fuer mein spaetes erscheinen. No problem. Das Anmeldeformular ist schnell ausgefuellt und ab ins Zimmer. Werde sogar aufs Zimmer gebracht und bekomme noch alles erklaert.
Das Madhuban Hotel ist wirklich ein Geheimtipp.
Ein altes Maharadscha Herrenhaus. Mit viel indischem Altadelcharme.
Was mich um diese Uhrzeit zwar faszieniert aber morgen ist auch noch ein Tag, oder besser nachher.

Ab Schlafen.

Um 8.30 Uhr bin frisch geduscht im Garten des Anwesens. Das Fruehstueck wird dort unter einem Baldachin serviert. Sehr nett.
Fruehstuecke ausgiebig und lege mich anschliessend nochmal hin. Heute ist mein Relaxingday.
Lese, lese und doese ein bisschen. Den Lunch nehme ich im Garten ein. Auf Silber serviert und auf Porzellan mit dem Maharadscha Wappen.
Danach werde ich abgeholt. Ayurveda.
Habe den Nachmittag in einem Ayurveda Zentrum gebucht. Fuer die strapazierten Knochen.

Als erstes bekomme ich eine 60 min. Ganzkoerper Oel-Massage. Eine recht kraeftige Massage von zwei Damen synchron ausgefuehrt.
Danach werde ich 60 min. lang mit 5 Litern heissem ayurvedischen Oel uebergossen und von den beiden Damen sanft massiert.
Danach gehts fuer 30 min. unter eine Art Dampfbad. Zum Schwitzen.
Alles fuehlt sich etwas flutschig an, weil es keinen Ort gibt an mir, wo kein Oel ist.

Nach dem Dampfbad werde ich von den beiden Damen gewaschen, wie ein grosses Baby. Bis das ganze Oel ab ist. Anschliessend werde ich auch noch abgetrocknet. Anziehen darf ich mich selber.

Danach fuehlt man sich wie neu geboren. Es gibt noch einen leckeren ayurvedischen Tee, ehe man mich wieder ins Hotel bringt. Wo gerade im Garten der fuenf Uhr Tee serviert wird. So kann man auch einen Tag rum bekommen.
Hier am Haus gibt es auch einen kleinen Marmorpool wo ich mich noch etwas reste. Nichts tun ist anstrengend.
Das Dinner wird im Restaurant serviert. Esse ein vegetarisches Thali. Sehr geschmackvoll. Wie fast alles hier in Indien. Hatte gestern Heisshunger auf Pommes, aber selbst die werden frisch gemacht und schmecken, da anders gewuerzt, gar nicht wirklich nach Pommes. Dennoch sensationell lecker.

So bin hundemuede.
Morgen gehts auf nach Jaipur - Pink City.
Habe meinen Aufenthalt hier einen Tag verlaengert und werde erst am Donnerstag weiter reisen. 

Montag, 15. Oktober 2012

Agra und der Rest drumrum.

Ja Agra tut einem in der Seele gut. Gestern die Besichtigung des Taj Mahals war schon etwas besonders, wenn man ueberlegt wie verrueckt man ist, in Anbetracht der Strapazen die man dafuer auf sich nimmt.
Aber es ist eine Reise wert.

Nachdem ich heute morgen schon um 6 Uhr den Sonnenaufgang beobachtet habe und die Sonnen nicht ueber dem Taj Mahal auf geht, was nach kurzer Ueberlegung auch logisch ist, da das Taj Mahal in Nord - Sued Achse aufgebaut wurde.
Egal. Dafuer war ich dementsprechend frueh schon auf und habe anschliessend mich fuer den Tag fertig gemacht und schon wieder gepackt.
Habe bisher 8 verschiedene Schlafmoeglichkeiten ausprobiert und eben so oft meinen Koffer gepackt.

Nach einem indischen Fruehstueck bestehend aus Roti und Gemuese mit Kartoffel, bin ich ganz dekandent im eigenen Auto mit Fahrer in das knapp 50 Kilometer entfernte Fathepur Sikri gefahren.
Eine praechtige alte Stadt erbaut zwischen 1571-1585.
Die kurze Zeit Hauptstadt des Mogulreiches war.
Dort gut angekommen leiste ich mir einen persoenlichen Guide, der mich 2,5 Stunden durch fuehrt und mir allerhand erklaert und erzaehlt, die Namen die er mir alle um den Kopf geworfen hat konnte ich mir beim besten Willen nicht alle merken.
Der Mogul hatte damals drei Frauen und 246 Geliebte. Ganz schoen fleissig.
Haupttor von Fathepur. Das hoechste seiner Art in ganz Asien.

Von dort gings es zu einem kurzen Mittagsstop.

Anschliessend bin ich Agra noch ins Agra Fort gefahren worden.
Eine wunderschoene Mogul Festung von 1565.
Sehr schoen und recht gut erhalten.



Auch hier kann man viel Zeit verbringen.
Die Zeit mit meinem Guide war recht angenehm, weil man nicht so oft angesprochen wurde wie sonst.
Und Inder koennen sehr hartnaeckig sein.
Ein einfaches Nein, ich will nichts kaufen, akzeptieren sie nur ungern. Daher wird mindestens moch 2-3 Mal nachgefragt, ob man auch wirklich nichts will. Als ob man innerhalb von 1 Minute seine Meinung aendert.

Vom Agra Fort aus geht es wieder zurueck ins Hotel, wo mein Koffer steht und auf mich wartet.
Relaxe etwas auf dem Dachrestaurant und geniesse die Aussicht auf Taj.
Klaere noch meine Unterbringung in Jaipur.

Fahre um 20 Uhr, so Shiva will, mit dem Zug nach Jaipur, wo ich laut Paln um 0.30 ankommen. Und ich moechte nicht erst dann nach einem Zimmer suchen.
Gleich geht es also los.......................